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Das Garbáty
Der Wirt

Von 1999 bis 2009 gab es in Pankow mit dem Café Garbáty ein mittlerweile legendäres Kultur-Café in der Breiten Straße nahe des Dorfangers und nahe der Kirche, in einer der beiden gründerzeitlichen Vorstadtvillen, die dereinst Teil des ebenfalls legendären DDR-Kreiskulturhauses war.

1997 wurde das Garbáty-Projekt begonnen aufgrund einer Vergabe an den späteren Betreiber. Silvester 1999 war die Vor-Eröffnung; das Café Garbáty fand alsbald großen Zuspruch bei den Pankowern wie bei der offiziellen Politik - letzteres schon wegen des jüdischen Namens. Infolge dieser individuellen Initiative wurde sogar der Pankower Bahnhofsvorplatz nach dem jüdischen Unternehmer Garbáty benannt, es ergaben sich zudem freundschaftliche Kontakte des Projekt-Betreibers zu den Erben Josef Garbátys.

Das nützte dem Einzelunternehmer aber Mitte der 2000er Jahre nichts. Denn der Wert der Immobilie war nicht zuletzt durch das Garbáty-Projekt gestiegen, und der (Alt-) Stadtbezirk Pankow war mittlerweile von den PDSlern des Prenzlauer Bergs übernommen worden. Die hatten nun “Kultur”-“Privatisierungs”-Ideen, auf die nicht einmal die Pankower CDUhus gekommen waren: Westdeutsche Tänzerinnen... Denn ob Ost oder West - es ist völlig egal, solange die (zukünftigen) Eigentümer, die die neu ins Grundbuch geschrieben werden sollen, immer aus dem Westen kommen.

Aus heiterem Himmel wurde nun vom Stadtbezirk, also vom Bürgermeister und Westtänzerinnen-Liebhaber eine für den Café-Betreiber unbezahlbare Steuerschuld von 18.000 DM erfunden, dann noch dieses und jenes. Ein sogenanntes Vergabe-Verfahren für das Grundstück, das bis 1990 das DDR-Kreiskulturhaus “Erich Weinert” war und seit den 1990ern das Pankower Kulturhaus und erst eine Kneipe, dann das Café Garbáty war, wurde zu dem Zweck fingiert, es scheitern zu lassen, daß die Vergabe letztlich an die vorbestimmten Tänzerinnen erfolgte, die zu diesem Zweck gar nicht erst an dem Vergabeverfahren teilgenommen hatten. Daß sie dann wie das Kaninchen aus dem Zylinder der kommunalen Trickbetrüger gezogen wurden, um den Zuschlag, einen Erbauvertrag und Lotto-Millionen zugeschanzt zu bekommen.  Das Ganze beinhaltete selbstverständlich auch Kündigung, Klage usw. zu Lasten des Garbáty-Betreibers.

Es versteht sich für jeden einigermaßen Wissenden von selbst, daß diese Art Vergabe für den Betreiber des Cafés Garbáty die TOTALE ENTEIGNUNG bedeutete. Eigentlich grundgesetz- und menschenrechtswidrig. Wen juckt's? Aber nicht nur das: Jahrelanges Prozessieren, Kosten, Kosten Kosten, Unsicherheit, Entzug der Konzession, kurz und schlecht: UNRECHT. Das in keiner BVV, in keinem lokalen, regionalen oder Großmedium jemals adäquat verhandelt wurde. Und auch zukünftig nicht werden wird. Das Leben als Kultur-Unternehmer und die Vernichtung der Existenz als Krimi, der auf keinem "öffentlich-rechtlichen" Kanal läuft. Dafür aber millionenfach im wirklichen Leben...

Auf 287 Seiten und auf Papier. Bei Interesse einfach beim Wirt nachfragen...

kohlhaas